Virgil Hartinger
Der gebürtige Salzburger Virgil Hartinger wurde in seinem musikalischen Elternhaus früh an das klassische und barocke Vokalrepertoire herangeführt. Als Mitglied des Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft machte er sich zudem mit den Evangelistenpartien in den Werken Johann Sebastian Bachs vertraut, die bis heute einen zentralen Bestandteil seines künstlerischen Schaffens bilden. Inzwischen zählt er zu den gefragten Tenören seines Fachs; sein breit gefächertes Repertoire reicht von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen.
Nach seinem Studium am Mozarteum Salzburg führte ihn sein weiterer Ausbildungsweg in die USA, wo er an der Eastman School of Music sowie am Oberlin Conservatory studierte. Bereits während dieser Zeit etablierte er sich als vielseitiger Konzertsänger und arbeitete in Meisterkursen mit bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten wie Thomas Hampson, Ernst Haefliger, Richard Miller und Hartmut Höll. Darüber hinaus musizierte er mit namhaften Dirigenten und Musikern, darunter Ton Koopman, Reinhard Goebel, Nicholas McGegan, Riccardo Chailly, Ivor Bolton und Thomas Hengelbrock.
Im Konzertbereich spannt sich sein Repertoire von den großen Vokalwerken Bachs und Händels über Beethovens Christus am Ölberge bis hin zu Dvořáks und Verdis Requiem sowie Puccinis Messa di Gloria und Mendelssohns Oratorien. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre zählen unter anderem Aufführungen weltlicher Bachkantaten mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter Ton Koopman, die Mitwirkung in Bachs Trauerode mit der Staatskapelle Dresden unter Reinhard Goebel sowie das Mozart-Requiem bei den Salzburger Festspielen unter Thomas Hengelbrock. 2018 gab er zudem sein Debüt in Gustav Mahlers Das Lied von der Erde in New York.
Auch auf der Opernbühne überzeugt Virgil Hartinger durch stilistische Vielseitigkeit. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Belmonte in Die Entführung aus dem Serail, die Titelrolle in Monteverdis L’Orfeo, Pinkerton in Madama Butterfly, Pylades in Glucks Iphigénie en Tauride sowie Arbace in Mozarts Idomeneo. 2023 war er in der Titelrolle von Glucks Orphée et Euridice in der französischen Fassung in Bremen zu erleben.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn zu zahlreichen renommierten Festivals und in bedeutende Konzertsäle weltweit, darunter die Salzburger Festspiele, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Marlboro Music Festival (USA), die Händelfestspiele Göttingen sowie Häuser wie die Carnegie Hall in New York, der Musikverein Wien, die Elbphilharmonie Hamburg oder das Barbican Centre in London.
Zahlreiche Einspielungen dokumentieren seine künstlerische Arbeit, darunter Werke von Debussy, Zelenka und Telemann. Jüngere Projekte umfassen unter anderem Aufführungen von Glucks Orphée, Liederabende, Tourneen mit Werken Zelenkas sowie regelmäßige Engagements in bedeutenden Konzertreihen.
Seit 2019 ist Virgil Hartinger künstlerischer Leiter der Salzburger Bachgesellschaft. In dieser Funktion setzt er neue Impulse und entwickelt innovative Konzertformate im Rahmen des traditionsreichen Konzertzyklus.